Die Zeit ist reif um abzurechnen… nein nicht wirklich.
Es ist jetzt über ein halbes Jahr her, dass ich mein Studium am IMK in Wiesbaden beendet habe. Angefangen habe ich 2006 und wie kam die Steffi dahin? Schuld war eine ehemalige Kollegin von der Firma HBS GmbH die dort ein Abendstudium absolvierte und mich mit dem IMK Virus infizierte. Denn bis Dato wusste ich nicht was bzw. dass ich überhaupt studieren wollte.
Ich ließ mir dann mit der Bewerbung noch etwas Bedenkzeit und schließlich war es dann im Oktober vor zweieinhalb Jahren soweit. Frauke meinte ich könnte die Ausfahrt nach Biebrich zum IMK gar nicht verfehlen, aber das ist bei mir so eine Sache, und auch da habe ich sie verpasst.
Das Gebäude sieht von Außen schon sehr impossant aus, auch wenn die Lage, nebenan ist die Mülldeponie, nicht 1A war. Da die Mietpreise in Biebrich für mich zu hoch waren und mein alter Polo die Strecke auch so jeden Tag gerne mit mir fuhr, wir waren kleine Autobahnflitzer, gehörte ich zu den Pendlern die jeden Tag über die A3 cruisten.
Nun zum Institut selbst, es handelt sich um ein privates Institut, dass sich vorwiegend auf die Ausbildung von Werbekaufleuten und das Studium der Marketing und Kommunikaton spezialisiert hat. Es gibt verschiedene Möglichkeiten des Studiums, z.B. Abendstudium d.h. neben der normalen Arbeit Abends und Samstags, Vollzeit mit oder ohne Auslandaufenthalt in Miami.
Da es ein privates Institut ist, muss man das Studium selbst finanzieren. D.h. für 2 Jahre kann man mit ca. 16.000 Euro an Gebühren rechnen. Wenn man nicht gerade reich ist oder Eltern hat die das bezahlen, hat man die Möglichkeit Meisterbafög zu beantragen. Dafür muss man aber mindestens 1 (oder waren es 2) Jahre in einem Beruf gearbeitet haben, dem sich das Studium sinnvoll anschließt. Hierbei muss man jedoch abklären ob man die vollen 2 Jahre gezahlt bekommt, dass ist vom jeweiligen Bundesland abhängig, da dieses das Studium mit seinen Inhalten bewertet und prüft ob der Anspruch für diese Zeit gerechtfertigt ist. In meinem Kurs gab es leider den Fall, dass eine Komilitonin nur 3 Semester gezahlt bekam. Ist doof wenn man mit dem Geld rechnet.
Soweit zu den Zugangsvorrausetzungen. Zum Studium, es war wie überall nicht perfekt, aber ich habe etwas gelernt, ob es jeden cent Wert war————- manchmal.
Das Gute an dem Studium war der Praxisbezug, wir hatten 2 Semester ca. 20 Präsentation von und für echte Kunden. Wir bekamen immer Freitags eine Augabe/Briefing von einem Kunden, diese Aufgabenstellung mussten wir in Teams von ca. 2-4 Personen (je nach Kursgröße) eine Woche lang bearbeiten und sie den Freitag darauf dem Kunden präsentieren. Da nicht jeder an die Reihe kam, wurde gelost welches Team präsentieren durfte. Man präsentierte seine Arbeit nicht nur vor dem Kunden sondern auch vor den jeweiligen Kursen die ebenfalls daran gearbeitet hatten. Das war am Anfang schon sehr aufregend.Ein Mal hatte ich das Glück/ Pech das meine Teamkollegin krank wurde und ich wusste das ich genau an diesem Freitag ausgelost werden würde und so war es. Aber ich habe es geschafft, nicht gestottert und nicht tot umgefallen und das ganz allein.
Die Briefings kamen nicht nur von kleineren Agenturen sondern auch von größeren Firmen wie Mazda, Alice und dem ADAC. Von letzterem erhielten wir unsere Aufgabe für die Große Kundenpräsentation. Wir hatten ca. ein halbes Jahr Zeit und natürlich war die Arbeit viel umfangreicher. Als dann Ende des 3 Semesters der Termin für die Präsentation vor dem Kunden und den Eltern stand, war die Aufregung groß. Wir hatte die Aufgabe das gesamte Event zu planen, also IMK dekorieren, Catering etc. Leider konnten nicht jeder aus dem Team seine Arbeit präsentieren, aber ich ergatterte eine Rolle als Statistin in der Situationsanalyse als hippe, oberstylishe Paris Hilton vom Land
Eigenlob stinkt zwar, aber es muss komisch gewesen sein, da bei der Gerneralprobe einige gelacht haben. Bei der Präsentation selbst lief alles super, es war nicht langweilig und wir hatten genauso viel Spass wie die Herren vom ADAC. Das beste Team erhielt dann eine Auszeichnung für Ihre Arbeit und ein goldenes Krönchen, ich war neidisch, aber das ist normal wenn man auch gewinnen möchte.
Die Theorie, hmh, wir hatten gute und auch schlechte Dozenten. Das hängt immer davon ab wie man am besten lernen kann. Eine Dozentin hat mir etwas meinen Schnitt versaut, weil sie der Auffassung war, man müsste ihr Skript auswendig können. Leider bin ich kein guter auswendig Lerner. Bei anderen Dozenten hat der Unterricht etwas gebracht und war Abwechslungsreich.
Im letzten Semester gab es dann sogenannte Wahl-Fächer, warum diese so heißen ist mir ein Rätsel, da man 6 Stück wählen musste. Hier waren dann auch wieder einige gut und andere naja.
Vorher, also im 3 Semester konnte man dann wählen, ob man das letzte Semester in Miami verbringt und dort ein Praktikum und eine Partneruni besucht oder eben zu hause bleibt weil man leider kein Geld dafür hat, so wie ich. Das war nicht der einzige Grund für meine Entscheidung nicht nach Miami zu gehen, denn wir mussten alle unsere Diplomarbeit schreiben. Dazu kam noch, dass im Oktober die Prüfungen zu staatlich geprüften Kommunikationswirt waren, für die man irgendwann dazwischen auch noch lernen musste. Gut man musste nicht, da es nur Pflicht (weil Bestandteil des Meisterbafög) war, an den Prüfungen teil zu nehmen und nicht zu bestehen. Aber wer nimmt nicht mit was er fast geschenkt bekommt?
Am Ende war dann die Frage, was hab ich denn jetzt für einen Abschluss wenn ich fertig bin? Erklärt wurde es von Hr. Eckes so: Ihr habt Punkte bekommen, für eure Ausbildung und das Studium mit diesen Punkten habt Ihr, wenn Ihr an einer normalen Uni weiter studieren wollt, die Möglichkeit euch ein Bachlorzeugnis? austellen zu lassen. Aber Ihr habt eigentlich mehr Punkte wie für einen Bachlor notwendig, also fast einen Master. OK?
Was bleibt ist das Diplom vom IMK, auf das man auch stolz sein kann, denn man hat und wird hart dafür arbeiten. Hat weil man lernen musste und wird, weil man den Bafögkredit abbezahlen muss.
Letztendlich mein Fazit: Ich würde mir für die Zukunft Wünschen, dass man am Anfang gesagt bekommt, dass man Grafikprogramme wie Photoshop etc. braucht und auch anwenden muss. Schön wäre auch die Möglichkeit, neben dem festen Stundenplan von Anfang an Wahlfächer besuchen zu können z.B. Englisch für die Werbung o.ä. Dafür zahlt man dann auch gerne ein paar Euro extra.
Alle die, die dort studieren möchten, denen rate ich, in den Semester Ferien oder auch nebenbei in einer Agentur ein Praktikum zu machen. Denn wenn ihr fertig seid, wollt ihr Geld verdienen!
In dem Sinne nicht nur Spass und Party sondern auch harte Arbeit, denn dann macht das feiern doppelt soviel Spass.
Quelle Bilder: www.IMK.de